Werl/Soest – Alle drei Preisträger wussten zwar, dass sie gewonnen haben
– sonst wären sie ja nicht eingeladen gewesen zur Verleihung des zweiten
Förderpreises für beispielhafte Kinder- und Jugendarbeit ins Stadtteilhaus
Soest-Süd. Als Erstes wich die Spannung bei Marc Weise, dem Leiter des
Familienzentrums Kita Werl-Nord, und seiner Stellvertreterin Vivian
Schmitz, die mit dem Projekt „Kinder haben Rechte“ teilgenommen hatten:
Sie landeten auf dem mit 500 Euro dotierten dritten Platz. Die vierköpfige
Jury, die den Preis zum zweiten Mal verlieh, würdigte die Einrichtung für
„ein pädagogisches Konzept, das in hervorragender Weise ein Bewusstsein
für Kinderrechte schafft und diese für alle Beteiligten – Erzieherinnen, Eltern
und Kinder – im Alltag verankert.“
„Allen Kindern – mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Beeinträchtigungen
– werden in dem Projekt spielerisch ihre eigenen sowie die
Rechte anderer vermittelt“, so Hans Meyer, Vorsitzender des Kinderschutzbundes
im Kreis Soest. Die Themenbereiche umfassten Gleichheit, Gesundheit,
Bildung, Spiel und Freizeit, freie Meinungsäußerung und Beteiligung,
gewaltfreie Erziehung, Schutz vor Ausbeutung sowie besondere Fürsorge
bei Behinderung. „Durch vielfältige Umsetzungsmethoden mit alltagsnahen
Materialien wie Puppen, Büchern und Geschichten, durch die
Unterstützung durch externe Institutionen und den Einsatz ehrenamtlichen
Engagements wird das abstrakte Thema für die Kinder begreifbar gemacht
und in den pädagogischen Alltag integriert.“
Marc Weise berichtete, die Idee sei im Kita-Alltag entstanden, „als wir
merkten: Kinder kennen Regeln, aber wissen oft selbst nicht, dass sie eigene
Rechte haben. Wir brauchen aber Kinder, die wissen, dass sie ,Nein’ sagen
dürfen. Deswegen geht dieser Preis nicht nur an uns, sondern an alle
Kinder, die offen ,Nein’ sagen und wirklich selbstbewusst sind.“
Ihm und seinem Team sei es wichtig, dass sie dies nicht theoretisch und
abstrakt vermitteln, „sondern wirklich erlebbar“. Wie genau das funktioniert,
zeigte Vivian Schmitz in der Praxis anhand einer Bildergeschichte, die
sie mit zwei Klappmaulpuppen in Szene gesetzt hatte.
Andre Hänsch, Soests erster stellvertretender Bürgermeister, sprach stellvertretend
für die ebenfalls anwesenden Bürgermeister von Werl, Torben
Höbrink, und von Ense, Rainer Busemann. Er würdigte die Bedeutung solcher
Projekte für die Gesellschaft. Sie zeigten, wie wichtig engagierte Arbeit
für die Entwicklung junger Menschen sei und welche wertvollen Beiträge
lokale Initiativen zur Zukunft leisteten: „Jedes Kind hat Rechte. Ganz
egal, wo es aufwächst. Es ist wichtig, dass in demokratisch verfassten Staaten
Kinder ihre Rechte kennen, diese Rechte vermittelt werden und sie
sich dann auch für diese Rechte einsetzen und stark machen.“
KLAUS BUNTE
Der Förderpreis
